Du blätterst in einem Buch und – bumm – eine Verbindung. Etwas erwacht in dir; dein inneres Wasser regt sich, verändert sich. Eine Kraft jenseits deiner selbst, vielleicht deiner eigenen unbewussten Stärke, entzündet sich mit brutaler, magischer Intensität. Diese Sehnsucht, diese starke und unerklärliche Anziehung … ist meine. Sie zieht mich immer wieder ans Meer. Egal, wo ich bin, mein Blick ist immer aufs Meer gerichtet.
Ich beziehe mich auf diesen Text:
Ich war noch nie auf offener See; ich habe noch nie auf einem Schiff gearbeitet; ich habe noch nie einen heftigen Sturm mitten im Atlantik erlebt; ich habe noch nie in den Himmel geschaut, um die Sterne zu sehen, die mir sagen könnten, wo ich bin, noch hatte ich jemals das Gefühl, dass sich unter meinen Füßen ein Abgrund auftut. Mein Wissen über das offene Meer und seine Tiefen ist mehr oder weniger dasselbe wie mein Wissen über den Weltraum oder die Mondoberfläche. Ich betrachte sie in erster Linie als Produkte der Fantasie.
Doch das Meer hat mich schon immer fasziniert. Ich habe vom Meer geträumt, von dem, was „alle Spuren verwischt“. Bücher und Filme über das Meer haben mich fasziniert, über die Lebewesen, die sich darin verbergen, und über die Menschen, die versucht haben, es zu zähmen. Ich habe mit den Fingern über den verblassten Anker gefahren, der auf dem Arm meines Vaters tätowiert war – er, der selbst noch nie auf offener See gewesen war, aber aus irgendeinem Grund ein Seemannssymbol auf seinem Unterarm trug.
Es ist nicht leicht zu erklären, warum, aber ich glaube, es liegt daran, dass das Meer sowohl Ursprung als auch Kontinuität repräsentiert – weil es geheimnisvoll und scheinbar grenzenlos für das Auge ist, gleichzeitig aber etwas ist, das immer da ist und unveränderlich erscheint, obwohl es sich ständig verändert. Es ist ein Ort, an den man sich zurückziehen möchte, wenn das Leben langweilig und anstrengend wird. Jedenfalls war die Anziehungskraft schon immer da, wie eine uralte Sehnsucht, wie das ererbte Tattoo eines Ankers unter der Haut.“
Der lodande människan von Patrik Svensson